Verordnung zur Neuordnung trinkwasserrechtlicher Vorschriften vom 03.01.2018

Verordnung zur Neuordnung trinkwasserrechtlicher Vorschriften vom 03.01.2018

Wichtigste Änderungen der Überarbeitung der Trinkwasserverordnung, die am 09.01.2018 in Kraft traten:

1. Umfang der Untersuchungen
Es gibt keine routinemäßigen bzw. umfassende Untersuchungen mehr, sondern Untersuchungen des Trinkwassers nach Parametern der Gruppe A (früher: routinemäßige Untersuchung) und Gruppe B (früher umfassende Untersuchung).
Die wesentliche Änderung ist die regelmäßigen Untersuchungen auf Enterokokken. Der Parameter gehört jetzt zu den Parametern der Gruppe A.  Der Parameter Ammonium ist nur noch in der Gruppe B Anlage 3 Indikatorparameter zu finden.


2. Anzeigepflicht für Untersuchungsstellen

Untersuchende Labore sind verpflichtet Überschreitungen des technischen Maßnahmenwertes für Legionellen unverzüglich dem zuständigen Gesundheitsamt anzuzeigen.
„§ 15a Anzeigepflicht für Untersuchungsstellen: (1) Führt eine Untersuchungsstelle nach § 15 Absatz 4 Satz 1 Untersuchungen nach § 14b Absatz 1 durch, ist sie verpflichtet, von ihr festgestellte Überschreitungen des in Anlage 3 Teil II festgelegten technischen Maßnahmenwertes unverzüglich dem für die Wasserversorgungsanlage zuständigen Gesundheitsamt anzuzeigen.“


3. Alle Geräte bzw. Verfahren, die nicht der Trinkwasserversorgung dienen, sind zu entfernen

„§ 17 (7) Bei der Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung von Trinkwasser dürfen nur Stoffe oder Gegenstände im Kontakt mit dem Roh- oder Trinkwasser verwendet und nur physikalische oder chemische Verfahren angewendet werden, die bestimmungsgemäß der Trinkwasserversorgung dienen. Bereits eingebrachte Stoffe oder Gegenstände, die bestimmungsgemäß nicht der Trinkwasserversorgung dienen, müssen bis zum 9. Januar 2020 aus dem Roh- oder Trinkwasser entfernt werden.“

4. Einführung einer „Risikobewertungsbasierten Anpassung der Probennahmeplanung (RAP)“
Wasserversorger können nun in Abstimmung mit dem zuständigen Gesundheitsamt die vorgeschriebenen Untersuchungen des Trinkwassers an die Gegebenheiten vor Ort anpassen und verringern. Dazu muss der Wasserversorger eine Risikobewertung erstellen, die eine fundierte und nachvollziehbare Begründung für eine Anpassung von Untersuchungsumfang und -häufigkeit liefert.

Haben Sie Fragen hierzu? Unsere Ansprechpartner beraten Sie gerne.

Darüber hinaus veranstaltet die muva kempten GmbH regelmäßig in Kempten die 'Probenehmerschulung Trinkwasser (nach TrinkwV)'. Im Rahmen der Schulung, die als Grund- bzw. Auffrischschulung anerkannt ist, werden die wichtigsten Änderungen der Verordnung zur Neuordnung trinkwasserrechtlicher Vorschriften vom 03.01.2018 vorgestellt.
Informationen zur Schulung, u.a. Schulungsprogramm

VOILA_REP_ID=C1257720:00330BE4